Theaterchor lässt Markt mit "Nabucco" beben OZ/LOKAL/HST
Die Linke organisierte gestern Unterschriftenaktion für den Erhalt der Bühnen im Land. Für den Erhalt der Bühnen machten sich gestern Kommunalpolitiker und Künstler stark.
Stralsund (OZ) - Laut und schön verschaffte sich der Chor des Theaters Vorpommern gestern am Neuen Markt Gehör mit einer kleinen Kostprobe aus "Nabucco". Für Thomas Taeger aus Prohn ist es selbstverständlich, sich an der Unterschriftenaktion für den Erhalt der Bühnen im Land zu beteiligen, die die Theater in Mecklenburg-Vorpommern und die Linkspartei initiieren. "Gibt es kein Theater mehr, geht auch ein Stück Lebensqualität verloren." Thomas Taeger sieht zudem noch andere Probleme. "Ohne Kultur geht auch ein
großer Teil klassischer Bildung einfach flöten." In das gleiche Horn stießen auch Landtagsabgeordneter André Brie und Fraktionsvorsitzender Helmut Holter von der Linkspartei, die gestern in der Hansestadt gemeinsam mit Parteigenossen und den Mitarbeitern des Theaters auf Unterschriftenfang gingen. "Kultur hat nicht nur etwas mit
Unterhaltung zu tun, sondern eben auch mit Bildung und mit Vermittlung von Werten", ist Holter überzeugt. Und er führt an, dass in einer touristisch geprägten Region wie MV nicht auf Theater verzichtet werden dürfe. "Da sehe ich das Land in der Pflicht. Es gibt dringenden Handlungsbedarf", betont er angesichts der 35,8 Millionen Euro, die den Theatern als Zuschüsse zur Verfügung stehen. Eine Summe, die seit den 90er-Jahren
eingefroren ist und nicht mehr den realen heutigen Ansprüchen genügt. Zu viele Kosten haben sich im Laufe der Zeit erhöht. Auch die Geschäftsführung des Theaters, Hans-Walter Westphal und Dr. Rainer Steffens, beteiligte sich mit einer Unterschrift an der Initiative. "Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist es dem Theater Vorpommern in den
letzten Jahren insbesondere durch den Einsatz und die Verzichtbereitschaft der Belegschaft immer wieder gelungen, die wirtschaftlichen Probleme zu meistern. Wir müssen feststellen, dass diese Leistung von der Landesregierung nicht die angemessene Anerkennung findet", heißt es in einer offiziellen Erklärung. Sie fordern die Landesregierung auf, sich an der Finanzierung der Theater mit eigenen Mitteln zu beteiligen und das Geld künftig gerecht und zukunftsorientiert zu verteilen.
Miriam Weber

