Einschätzung der Zuverlässigkeit von Verkehrsuntersuchungen in der Hansestadt Stralsund
Anfrage:
1. Wie bewertet die Verwaltung die Ergebnisse der theoretischen Untersuchungen (z.B. Tribseer Damm, Greifswalder Chaussee, Heinrich-Heine-Ring) zur prognostizierten Kapazitätsermittlung von Straßenverkehrsanlagen, welche die Grundlage für Beschlussvorlagen bildeten, im Vergleich zu a) den Auswirkungen hinsichtlich der Verkehrsqualität welche sich in den entsprechenden realen Versuchen ergeben haben und b) zur Akzeptanz bei den betroffenen Anwohnern und Verkehrsteilnehmern.
2. War, aus der Sicht der Verwaltung, der Verkehrsversuch auf dem Heinrich-Heine-Ring hinreichend lang genug durchgeführt worden, um daraus belastbare Ergebnisse ableiten zu können?
3. Welche Auswirkungen hat der sehr frühzeitig abgebrochene Praxistest auf das Gesamtprojekt des „Grünen Boulevards“, muss eine Umplanung erfolgen oder droht das Gesamtvorhaben zu scheitern?
Begründung:
Grundsätzlich begrüßt die Fraktion Die Linke das Herangehen der Verwaltung bei der Umgestaltung von Verkehrsanlagen auf die Expertise von spezialisierten Planungsbüros zu setzen und diese Ergebnisse, wo es möglich ist, einem Praxistest zu unterziehen. Somit wird das Risiko erheblich minimiert, praxisuntaugliche Baumaßnahmen zu realisieren und somit Geld zu verschwenden.
Durch die vorzeitige Beendigung mancher Verkehrsversuche entsteht der Eindruck, dass die gemessenen Verkehrsströme und die daraus entstehenden wissenschaftlichen Prognosen zur Umgestaltung von Straßenverkehrsanlagen sich recht schnell als nicht hinreichend genug praxistauglich erweisen.
Mitunter finden sogar bestimmte Vorschläge mancher Planungsbüros nur unzureichende Zustimmung in der Bürgerschaft.
