Stralsund - Becher
Anfrage:
1. Welche Ergebnisse gibt es im Rahmen der 2017 verkündeten Mehrwegstrategie zur
Reduzierung des Abfallaufkommens in der Hansestadt Stralsund?
2. Wie wurde die Mehrwegkampangne von den Bürgerinnen Gäste und den Anbietern bzw.
Betreibern der Gastronomiebetriebe angenommen?
3. Wird es eine Neuauflage des Stralsund Bechers geben?
Begründung:
Stralsund vermeidet Müll: Unter diesem Motto wurde 2017 der vielfach benutzbaren Kaffeebecher „Stralsund Becher“ ausgegeben. Ziel war es für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam mit vielen Unterstützern daran zu arbeiten das Abfallaufkommen in Stralsund zu reduzieren.
Antwort der Verwaltung:
Frau Niemann antwortet wie folgt: zu 1.:
Seit 2017 wurden im Rahmen der Mehrwegstrategie verschiedene Maßnahmen zur Abfallvermeidung umgesetzt und begleitet. Dazu zählen insbesondere:
•die Einführung des wiederverwendbaren „Stralsund-Bechers“,
•ergänzende Sensibilisierungsaktionen im öffentlichen Raum, z. B. die Ausgabe von Strandaschenbechern,
•sowie die Verankerung eines Mehrweggebotes in den städtischen Markt- und Veranstaltungsbedingungen. Dieses verpflichtet bei städtischen Veranstaltungen zur Nutzung von Mehrweggeschirr; Ausnahmen sind nur in begründeten Fällen und unter Nutzung biologisch abbaubarer Materialien möglich.
Darüber hinaus war die Hansestadt Stralsund Partner im Projekt „Weniger fürs Meer“, in dessen Rahmen 2019 gemeinsam mit dem Unternehmen RECUP ein regionales Mehrweg-Pfandsystem für Heißgetränke eingeführt und durch den damaligen Klimaschutzbeauftragtenaktiv unterstützt wurde. Ziel war es, die Zahl der Einwegbecher zu reduzieren und gastronomische Betriebe bei der Einführung eines standardisierten Mehrwegsystems zu begleiten.
Diese Maßnahmen dienten dazu, das Bewusstsein für Abfallvermeidung zu stärken und den Einsatz von Mehrweglösungen in der Stadt sichtbar zu fördern. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass das Papierkorbkonzept der Hansestadt Stralsund einen weiteren Baustein zur Abfallvermeidung und Sauberhaltung des öffentlichen Raums darstellt; hierzu werden derBürgerschaft regelmäßig Informationen vorgelegt.
Eine systematische Fortschreibung oder Evaluation der Mehrwegstrategie konnte in den vergangenen Jahren personell bedingt nicht durchgeführt werden. Im Zuge der organisatorischen Neuaufstellung des Klimaschutzmanagements im Amt für Planung und Bau ist vorgesehen, eine Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten und Aufgabenfelder vorzunehmen. Dabei ist auch der zukünftige Umgang mit dem Themenfeld Abfallvermeidungund Mehrweg zu klären und es wird geprüft, welche Rolle das Themenfeld Mehrweg und Abfallvermeidung künftig spielen kann und auf welchen Ebenen die Stadt hier Impulse setzen sollte.
zu 2.:
Zur Akzeptanz der Mehrwegkampagne liegen der Verwaltung keine systematischen Auswertungen oder belastbaren Daten vor. Rückmeldungen aus der damaligen Projektphasedeuten darauf hin, dass einzelne Maßnahmen – insbesondere der Stralsund-Becher – punktuell wahrgenommen wurden.
Im Rahmen des Projekts „Weniger fürs Meer“ wurde 2019 zudem das RECUP-Mehrweg-Pfandsystem in Stralsund eingeführt und durch die Stadt aktiv begleitet. Mehrere Betriebe konnten dadurch für die Teilnahme an einem standardisierten, deutschlandweit akzeptierten Mehrwegsystem gewonnen werden.
Mit der zunehmenden bundesweiten Einführung standardisierter Mehrwegsysteme wie etwa „Recup“ hat sich das Nutzerverhalten in der Gastronomie jedoch deutlich zugunsten dieser überregional verfügbaren Systeme verlagert. Ein paralleles lokales System – wie der Stralsund-Becher - konnte daher nicht dauerhaft etabliert werden.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird die Rolle des Themenfeldes künftig im Rahmen der strukturellen Weiterentwicklung des Klimaschutzmanagements erneut betrachtet.
zu 3.:
Eine Neuauflage des Stralsund-Bechers ist nicht geplant. Dies wurde auch durch die Tourismuszentrale bestätigt.
Als Gründe werden genannt:
•Die Tourismuszentrale verkauft selbst keine Getränke und konnte damit keinen eigenen Absatz für den Becher generieren.
•Mit der flächendeckenden Verfügbarkeit etablierter Mehrwegsysteme wie „Recup“ wäre ein paralleles lokales System weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.
Gleichzeitig wird die Stadt die Entwicklungen im Bereich standardisierter Mehrwegsysteme weiterhin beobachten, um Stralsund bei Bedarf auch künftig zeitgemäß und praxisnah bei der Abfallvermeidung zu unterstützen.
Frau Quintana Schmidt bedauert, dass es keine Neuauflage des Stralsund-Bechers geben wird. Sie begrüßt die Maßnahmen zur Müllvermeidung.

