zur Benennung einer Straße in der Hansestadt Stralsund nach Harald Lastovka
Stralsund, 01. Juni 2026
Die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE begrüßt den Vorschlag, eine Straße auf der nördlichen Hafeninsel nahe dem Ozeaneum nach Harald Lastovka zu benennen. Damit wird das kommunalpolitische Engagement und die langjährige Arbeit von Harald Lastovka als Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund gewürdigt. DIE LINKE sieht in der Straßenbenennung eine Erinnerung an einen verdienten Oberbürgermeister und ein Zeichen dafür, dass Engagement für die Stadt weiterhin anerkannt wird. Harald Lastovka hat während der herausfordernden Wendezeit die Verwaltungsstruktur an die neuen Bedingungen angepasst. Zudem prägte er erheblich die Entwicklung der Altstadt, sorgte für die Ansiedlung des Ozeaneums, förderte den Bau der Rügen Brücke und der Ortsumgehung und verbesserte die Infrastruktur. Besonders bedeutsam ist, dass Stralsund durch sein Wirken in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. „Viele der positiven Veränderungen, die wir heute erleben und auf die wir stolz sein können, gehen direkt auf sein Engagement zurück. Natürlich gab es in seiner Amtszeit auch Entscheidungen, die kritisch zu betrachten sind, wie der Verkauf des Klinikums und die Pläne bezüglich der Sparkasse. Doch für mich steht außer Frage, dass sein Gesamtverdienst und sein nachhaltiger Einfluss auf Stralsund deutlich überwiegen und die Stadt entscheidend vorangebracht haben. Die Straßenbenennung ist für mich nicht nur ein Zeichen des Respekts gegenüber einem verdienten Oberbürgermeister, sondern auch ein Ausdruck dafür, dass politisches Engagement und Einsatz für das Gemeinwohl in Stralsund anerkannt und wertgeschätzt werden. Ich unterstütze den Vorschlag aus voller Überzeugung und hoffe, dass die Bürgerschaft am 4. Juni diesem würdevollen Andenken zustimmt,“ so Marc Quintana Schmidt Vorsitzender der Fraktion Die Linke
Ein Investor macht Kleinholz
Die Abholzung des Andershofer Wäldchens und die Begleitumstände dazu:
Ein Investor macht Kleinholz
... und die Stadtverwaltung hilft ihm dabei mit "grünen" Argumenten
Wer hätte nicht die Debatte um den Verkauf des Andershofer Wäldchens mitbekommen? Zwar steht das Wäldchen noch, aber es ist wohl ohne Wenn und Aber dem Untergang geweiht. Dann kreischen die Sägen, Holz splittert, Baumstämme fallen krachend zu Boden. Hier macht ein Investor Kleinholz - und füllt sich die Taschen.
Ein modernes Sittengemälde
Fred Muhsal heißt er, hat schon viele schöne Stellen mit Beton verziert und wird hinsichtlich der Rodung des Andershofer Wäldchens freundlich unterstützt von Stralsunds Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow (CDU) und M-V's Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus (SPD). Unter anderem soll ein Supermarkt mit Parkplatz entstehen. Eine interessante Arabeske auf diesem modernen Sittengemälde ist die Tatsache, dass die Frau von Oberbürgermeister Dr. Badrow mit dem Investor Muhsal geschäftlich verbandelt ist und auf dem abgeholzten Gelände ein Seniorenheim bauen möchte - als habe Stralsund nicht bereits genug davon. Die LINKE stimmte in der Bürgerschaft gegen das Projekt, doch das Kapital brach sich Bahn.
"Eingriffsausgleichsregelung"
Wie schön ist es da, mit Förster Cornell Kuithan vom Forstamt Rügen im Jeep über die Plattenwege der Insel Ummanz zu brausen und sich an der dortigen Natur zu erfreuen. Förster Kuithan erzählt, dass die Hansestadt Stralsund hier auf Ummanz ihre Ausgleichsflächen betreibt, die er jahrelang betreut hat. Maßnahmen wie die Abholzung des Andershofer Wäldchens sind nämlich an Ersatzpflanzungen gebunden. Das Verfahren nennt sich "Eingriffsausgleichsregelung" und ist, wie der sperrige Name vermuten lässt, ein komplizierter Prozess, der trotzdem seine Hintertürchen kennt. Schon lange bevor die Rede davon war, das Andershofer Wäldchen zu versilbern, hat die Stadtverwaltung mit Ausgleichspflanzungen auf Ummanz begonnen, um im Falle eines Falles entsprechende Umweltpunkte vorweisen zu können. Diese Ausgleichspflanzungen sind so großzügig dimensioniert, dass sie noch für weitere Rodungen auf Stadtgebiet herhalten können. Man plant das, was man "Stadtentwicklung" nennt, von langer Hand im Voraus. Ob die Stadt von dieser Art "Entwicklung" lebenswerter wird, darf hinterfragt werden.
Feigenblättchen
Auf der Fahrt mit Förster Kuithan sieht man die Setzlinge. Hier wachsen sozusagen die Feigenblättchen für die "Stadtentwicklung". Teils stehen da Erlen von Armesdicke auf einer Moorfläche, teils ragen daumesdicke Bäumchen weithin aus dem Grasland (Bild 1), von dem Förster Kuithan sagt, es sei früher biologisch tot gewesen wie ein Golfrasen oder eine Mais-Monokultur.
Also alles in Butter? Nein, gar nichts in Butter, meint Finn Viehberg vom NABU. Zwar werden bei Aufforstungen neue Bäumchen üblicherweise im Abstand von ca. einem Meter gepflanzt (Bild 2), so auch auf Ummanz. Später brauchen die gewachsenen Bäume jedoch mindestens zehn Meter Abstand, was bedeutet, dass etwa 90% der Setzlinge dieses Alter durch Ausholzen, Absterben oder Wildverbiss nicht erreichen werden. Trotzdem prahlt die Stadt mit einer hohen Zahl von Stecklingen.
Für großflächige Waldmehrung ungeeignet
Eine ältere "Waldmehrungskarte" des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie gibt dem Osten der Insel Ummanz das Prädikat "für großflächige Waldmehrung ungeeignet". Genau dort befinden sich aber die Stralsunder Ausgleichsflächen!
Und genau dort befinden sich ausgedehnte Moore, die durch "Meliorationsmaßnahmen" der DDR entwässert wurden. Georg Nikelski von der Ostseestiftung hält eine Aufforstung auf entwässerten Moorflächen für massiv klimaschädlich, denn trocken gelegte Moore gasen CO2 aus. Wenn man sie mit Bäumen bepflanzt, geht durch den Wasserbedarf noch mehr Feuchtigkeit verloren, so dass sich der Ausstoß von Klimagasen erhöht. Hinter den Stralsunder Anpflanzungen erscheint demnach ein weiteres, dickes Fragezeichen. Man hat zwar neuerdings Maßnahmen zur Wiederbefeuchtung eingeleitet. Manche Meliorationsgräben wurden zugeschüttet, ein anderer durch eine Steinschwelle aufgestaut (Bild 3), um den Wasserabfluss zu bremsen. Angesichts des Klimawandels ist es aber fraglich, ob das ausreicht.
Viele offene Fragen
Bei den Umweltverbänden bestehen ernsthafte Zweifel daran. Man befürwortet daher einen Durchstich des Hauptdeiches, um die fraglichen Flächen bei Hochwasser gezielt überfluten zu lassen. Das Umweltministerium denkt in die gleiche Richtung. Stralsunds Ausgleichspflanzungen auf solchen Flächen wären verloren, und mit ihnen die Steuergelder, die dafür aufgebracht wurden - genauso wie die schönen Märchen vom verlustfreien Abholzen des Andershofer Wäldchens.
Es wäre im Einzelnen also zu klären
- warum die Stadt mit hohen Zahlen von Stecklingen prahlt, obwohl klar ist, dass die meisten
von ihnen nicht alt werden
- warum auf die Aussagen der "Waldmehrungskarte" des Landesamtes für Umwelt,
Naturschutz und Geologie bei der Bepflanzung keine Rücksicht genommen wurde
- welcher Anteil der Ausgleichsflächen auf trocken gelegten Moorflächen vorgenommen
wurde und in welchem Befeuchtungszustand sich diese jetzt befinden
- welcher Anteil der Ausgleichsflächen bei Deichöffnung von einer Überflutung betroffen
wäre, z. B. weil er unter dem Meeresspiegel liegt.
Steuergelder in den Sand gesetzt?
Schon jetzt kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass namhafte Beträge an Steuergeldern in den Sand gesetzt wurden. Sicher ist das nicht Förster Kuithans Schuld, der keine Entscheidungsbefugnis hatte. Doch selbst wenn diese Ausgleichspflanzungen die wahre ökologische Wonne wären: Was nützen die schönsten Bäume auf einer fernen Insel, wenn in der Stadt immer weniger davon stehen? In der Stadt, wo sie doch als grüne Lunge und Erholungsraum am dringendsten gebraucht werden? Aber wenn ein Herr Muhsal bauen will, stehen alle stramm und finden hilfreiche Argumente.
Ein interessantes Narrativ
Um diesem Filz von Vetternwirtschaft die Krone aufzusetzen, hält sich hartnäckig ein Narrativ, dessen Wahrheitsgehalt keiner beweisen kann, das aber wunderbar in diese politische Landschaft passt: Die Hansestadt Stralsund besitzt auch im Nordwesten von Ummanz ein größeres Areal, und das könnte sie mit stattlichem Gewinn - vielleicht wieder unter Beteiligung eines rührigen Investors - in ein schickes Touristik-Ressort umwandeln. Da war es doch clever, die üppig dimensionierten Ausgleichspflanzungen im Osten der Insel anzulegen, denn sie könnten diesen Plänen für den Nordwesten sonst eines Tages im Wege stehen.
All das wird mit Umweltargumenten schöngeredet. "Greenwashing" nennt man das auf Neudeutsch, wobei das noch zu harmlos klingt. Dass man den Bürgern blauen - besser gesagt: grünen Dunst vormacht, ist ärgerlich.
Klaus Kleinmann
Dateien
- Waldmehrungskarte_Ummanz.jpg
JPG-Datei (1 MB) - DSCF7896_Ausgleichspflanzung__II.jpg
JPG-Datei (3 MB) - DSCF7902_Ausgleichspflanzung__III.jpg
JPG-Datei (2 MB)
Fraktion Die Linke fordert Feierlichkeiten zum Brückenjubiläum
Im Jahr 2027 feiert die Rügenbrücke ihr 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat die Fraktion Die Linke in der Bürgerschaft der Hansestadt Stralsund eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Darin wird erfragt, ob die Hansestadt plant, zu diesem Jubiläum eine größere Feierlichkeit zu veranstalten. Sollte dies bislang nicht vorgesehen sein, möchte die Fraktion wissen, ob sich die Stadt – gegebenenfalls in Kooperation mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen und der Gemeinde Altefähr – eine entsprechende Veranstaltung vorstellen kann. Die Rügenbrücke, Deutschlands größte Schrägseilbrücke, wurde 2007 nach dreijähriger Bauzeit eröffnet und verbindet seitdem Stralsund mit der Insel Rügen. Das imposante Bauwerk gilt als Wahrzeichen der Region und als bedeutende Verkehrsader. Zur Eröffnung kamen rund 40.000 Gäste, um dieses wichtige Infrastrukturprojekt gemeinsam zu feiern. Seitdem findet jedes Jahr im Oktober der Rügenbrücken-Marathon statt, der zahlreiche Sportbegeisterte anzieht. „Das 20-jährige Jubiläum der Rügenbrücke bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Bedeutung dieses Bauwerks für die Region zu würdigen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, Gästen sowie Partnerkommunen zu feiern“, so Steven Braun von der Fraktion Die Linke.„Wir regen daher an, frühzeitig mit den Planungen für ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm zu beginnen, um dieses Jubiläum gebührend zu begehen.“ Die Fraktion Die Linke erwartet eine positive Stellungnahme der Verwaltung und hofft auf breite Unterstützung für dieses Anliegen.
Wolfgang Meyer Geschäftsführer/Pressesprecher
Links Fraktion setzt sich für Erhalt des Schulstandortes für Erziehungshilfe an der Förderschule „Ernst von Haselberg“ ein
Die Fraktion Die Linke in der Stralsunder Bürgerschaft hat einen Antrag zur langfristigen Sicherung des Schulstandortes für Erziehungshilfe an der Förderschule „Ernst von Haselberg“ eingebracht. Anlass ist die Ankündigung des Bildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommern, den Standort als physischen Lernort aufzugeben, wie aus der Pressemitteilung des Ministeriums vom 05. Februar 2026 hervorgeht. „Der drohende Wegfall des Schulstandortes für Erziehungshilfe hat weitreichende Folgen für die betroffenen Kinder und Familien“, erklärt Wolfgang Meyer, Pressesprecher der Fraktion Die Linke. „Viele Schülerinnen und Schüler müssten künftig unzumutbar lange Fahrtstrecken auf sich nehmen, wodurch ihre Bildungs- und Teilhabechancen massiv eingeschränkt würden. Zudem würde die Wahlfreiheit der Eltern bei der Beschulungsform eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz wegfallen, was grundlegenden Prinzipien der Inklusion und individuellen Förderung widerspricht.“ Die Fraktion Die Linke fordert das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern auf, die getroffene Entscheidung kritisch zu evaluieren und gemeinsam mit der Hansestadt Stralsund sowie dem zuständigen Staatlichen Schulamt nachhaltige Lösungen für den Erhalt des wichtigen Schulstandortes zu finden. Darüber hinaus soll die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt, dem Landkreis Vorpommern-Rügen und weiteren Partnern ein tragfähiges Konzept zur langfristigen Sicherung des Schulstandortes entwickeln. „Der Standort der „Ernst von Haselberg“ Schule in Stralsund hat sich als sicherer Hafen für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf bewährt und ist ein fester Bestandteil der regionalen Bildungslandschaft“, betont Meyer. Die enorme Resonanz auf die laufende Petition – mit mehreren hundert Unterstützerinnen und Unterstützern aus Stralsund, dem gesamten Schulamtsbereich Greifswald und darüber hinaus – zeige die breite gesellschaftliche Rückendeckung für den Erhalt dieses Angebots. Mit dem Antrag setzt die Die Fraktion Die Linke ein klares Zeichen für Inklusion, Teilhabe und Chancengerechtigkeit und bekennt sich ausdrücklich zum Erhalt wohnortnaher, bewährter und inklusiver Bildungsangebote für Kinder mit besonderem Förderbedarf in Stralsund. Die Fraktion Die Linke ruft alle politischen Akteure und die Öffentlichkeit dazu auf, sich gemeinsam für die Zukunft der Kinder und Familien in der Hansestadt einzusetzen.
zur Benennung einer Straße in der Hansestadt Stralsund nach Harald Lastovka
Die Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE begrüßt den Vorschlag, eine Straße auf der nördlichen Hafeninsel nahe dem Ozeaneum nach Harald Lastovka zu benennen. Damit wird das kommunalpolitische Engagement und die langjährige Arbeit von Harald Lastovka als Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund gewürdigt. DIE LINKE sieht in der Straßenbenennung eine Erinnerung an einen verdienten Oberbürgermeister und ein Zeichen dafür, dass Engagement für die Stadt weiterhin anerkannt wird. Harald Lastovka hat während der herausfordernden Wendezeit die Verwaltungsstruktur an die neuen Bedingungen angepasst. Zudem prägte er erheblich die Entwicklung der Altstadt, sorgte für die Ansiedlung des Ozeaneums, förderte den Bau der Rügen Brücke und der Ortsumgehung und verbesserte die Infrastruktur. Besonders bedeutsam ist, dass Stralsund durch sein Wirken in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. „Viele der positiven Veränderungen, die wir heute erleben und auf die wir stolz sein können, gehen direkt auf sein Engagement zurück. Natürlich gab es in seiner Amtszeit auch Entscheidungen, die kritisch zu betrachten sind, wie der Verkauf des Klinikums und die Pläne bezüglich der Sparkasse. Doch für mich steht außer Frage, dass sein Gesamtverdienst und sein nachhaltiger Einfluss auf Stralsund deutlich überwiegen und die Stadt entscheidend vorangebracht haben. Die Straßenbenennung ist für mich nicht nur ein Zeichen des Respekts gegenüber einem verdienten Oberbürgermeister, sondern auch ein Ausdruck dafür, dass politisches Engagement und Einsatz für das Gemeinwohl in Stralsund anerkannt und wertgeschätzt werden. Ich unterstütze den Vorschlag aus voller Überzeugung und hoffe, dass die Bürgerschaft am 4. Juni diesem würdevollen Andenken zustimmt,“ so Marc Quintana Schmidt Vorsitzender der Fraktion Die Linke




